Gleichstellung

Arbeits­welt

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist weiterhin zu groß. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Dafür braucht es starke Betriebs- und Personalräte und mehr Tarifbindung. Wir setzen uns im Bund dafür ein, dass das Entgelttransparenzgesetz nachgeschärft wird. Der Freistaat muss bei der Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt eine Vorreiterrolle einnehmen.

Benach­tei­li­gung

Menschen dürfen nicht aufgrund des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters, ihrer Herkunft, Religion, Familienform oder sexuellen Identität benachteiligt werden. Besonders wichtig ist uns daher die Stärkung von Beratungsangeboten und Initiativen, die Antidiskriminierungsarbeit leisten.

Care-Arbeit

Pflege, Betreuung von Kindern und Hausarbeit verdienen hohe Wertschätzung. Momentan lastet diese Arbeit oft auf Frauenschultern. Wir wollen politische Anreize setzen, um für Entlastung und eine gerechtere Verteilung zu sorgen: durch eine verlässliche Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur, die Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen sowie flexible Möglichkeiten, die Erwerbstätigkeit bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren. Sachsen soll durch mobile und flexible Arbeit in der Verwaltung und in landeseigenen Betrieben Vorbild sein.

Diver­si­tät

Vielfalt ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, egal ob an der Schule, im Sportverein oder am Arbeitsplatz. Das Bewusstsein hierfür wollen wir stärken. Wir fördern Vereine und Initiativen, die sich für ein Mehr an Vielfalt einsetzen, und für eine aufgeklärte Gesellschaft und ein weltoffenes Sachsen stehen.

Erwerbs­bio­gra­fie

Noch immer sind Frauen verstärkt von Altersarmut betroffen. Das wollen wir ändern, insbesondere gebrochene Erwerbsbiografien dürfen nicht zur Armut im Alter führen. Frauen, die zu Gunsten von Kindern oder der Pflege von Angehörigen weniger Wochenstunden arbeiten können, dürfen dafür im Alter nicht bestraft werden. Es braucht faire Ausgleichsmechanismen und ein Umdenken bei der Rentenpolitik.

fan­tas­tisch

Frauen bewegen und gestalten die Welt – wie Männer. In vielen gesellschaftlichen Bereichen sind sie dennoch weiterhin kaum sichtbar, trotz hervorragender Leistungen. Wir unterstützen Programme und Preise, die Frauen mehr Sichtbarkeit verleihen. Mit einem Förderprogramm erleichtern wir Frauen in ganz Sachsen zudem den erfolgreichen Start als Unternehmensgründerinnen.

Gewalt­schutz

Es braucht sachsenweit ausreichend Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder. Der Personalschlüssel in Frauenschutzhäusern soll schrittweise verringert und alle Einrichtungen barrierefrei ausgebaut werden. Die Beratungsstrukturen in Form von Interventions- und Koordinierungsstellen werden bedarfsorientiert ausgebaut. Schutzeinrichtungen und Beratungsangebote für Männer werden weiter auskömmlich finanziert. Damit insgesamt weniger Menschen häusliche Gewalt erfahren müssen, verbessern wir Präventionsangebote.

Hygie­ne­ar­ti­kel

Chemnitz, Dresden, Leipzig – hier erhalten Frauen schon heute kostenfreie Menstruationsartikel an einigen Schulen. So geht faire Gesundheitsvorsorge. Wir möchten, dass sich der Freistaat Sachsen die Kommunen zum Vorbild nimmt. In öffentlichen Gebäuden des Freistaates Sachsen sollen künftig für alle Frauen kostenfreie Menstruationsartikel angeboten werden.

Istanbul-Konvention

Allen Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen treten wir entschlossen entgegen und nehmen dabei auch den digitalen Raum in den Blick. Die Umsetzung der IstanbulKonvention hat für uns Priorität. Darüber hinaus setzen wir uns für die Einführung des Straftatbestands des Femizids, also der Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts, ein. Sexualisierte Gewalt und Sexismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Es braucht ausreichende Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Job­sha­ring

Innovative neue Wege gehen – das sollten wir auch mit Blick darauf, wie wir in Zukunft arbeiten können und wollen. Wir werden Unternehmen dabei unterstützen, Jobsharingmodelle zu erproben. Sachsen soll Vorreiter sein und Sharingmodelle in der Verwaltung und in landeseigenen Betrieben ermöglichen.

Kom­mu­nen

Sachsen hat jetzt endlich ein modernes Gleichstellungsgesetz. Es ist wichtig, dass der öffentliche Dienst Verantwortung übernimmt und auch bei der Gleichstellungsfrage eine Vorbildfunktion einnimmt. Jetzt muss es in die Umsetzung gehen. Wir setzen uns zudem dafür ein, dass es künftig auch in den Kommunen gilt. Insbesondere auf der Führungsebene finden sich in den Verwaltungen weiterhin zu wenig Frauen. Das wollen wir ändern.

LSBTIQ*

Sachsen ist bunt und vielfältig. Noch ist aber die Akzeptanz für queere Menschen nicht selbstverständlich. Mehr Akzeptanz erreichen wir durch mehr Aufklärung. Die Förderprogramm und Strukturen für Projekte, Initiativen und Vereine, die sich für LSBTIQ* einsetzen, stärken wir. Es ist gut, dass in immer mehr Städten in Sachsen der Christopher Street Day (CSD) gefeiert wird. Für die SPD ist es selbstverständlich, an ihnen teilzunehmen und sie zu unterstützen.

MINT

Die beruflichen Perspektiven im naturwissenschaftlichen und technischen Feld sind gut. Trotzdem stagniert die Zahl der Frauen, die eine Karriere in diesem Bereich einschlagen. Wir stärken daher MINT-Angebote wie Schullabore, M.I.T.-Schulen, Girls’ Day Akademie oder SachsenTechnikum, um den Anteil an Frauen in den MINTBerufen zu erhöhen.

Namens­recht

Die in slawischen Sprachen – und auch im Sorbischen – übliche geschlechtsangepasste Form des Nachnamens ist im deutschen Namensrecht bisher nicht möglich. Wir befürworten, dass Frauen frei wählen können, welche Namensform sie verwenden.

opti­mal

Im Bundesvergleich betreuen Sachsens Väter während der Elternzeit besonders häufig ihren Nachwuchs. Wir möchten, dass sich dieser positive Trend fortsetzt. Daher machen wir uns dafür stark, dass die Elternzeit gleichmäßiger aufgeteilt wird. So möchten wir ein optimales Familien- und Erwerbsklima fördern und schaffen gute Voraussetzungen, damit Frauen mit Kind den Anschluss im Berufsleben halten können und dass der Gender Pay Gap sich verkleinert.

Pari­tät

Die Paritätsgesetze von Brandenburg und Thüringen, die zur Verbesserung der Repräsentanz von Frauen in Parlamenten beitragen sollten, sind zwar bisher verfassungsrechtlich gescheitert. Doch verfassungskonforme Regelungen wurden mit den Urteilen nicht ausgeschlossen. Wir wollen die Prüfung solcher Möglichkeiten deshalb fortsetzen.

Que­er

Mit Sorge beobachten wir den Anstieg aggressiven Verhaltens gegenüber queeren Menschen. Sie haben unsere Solidarität und Unterstützung. Besonders wichtig ist uns daher der Gewaltschutz für queere Menschen. Hierfür braucht es effektive Schutzkonzepte und mehr Beratungs- und Unterstützungsangebote – in den Städten und auf dem Land – sowie eine landesweite Kampagne gegen Queerfeindlichkeit.

rech­te Pro­pa­gan­da

Die Angriffe gegen queere Menschen und Feminist:innen nehmen in Sachsen stetig zu – in Worten und Taten. Die Propaganda gegen Gleichstellung und LSBTIQ* ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, antifeministische Bewegungen erstarken. Dem müssen wir mit Aufklärung und Bildungsarbeit entgegentreten, um einer drohenden gesellschaftlichen Rolle rückwärts entgegenzuwirken. Projekte müssen hierfür bei ihrer Aufklärungsarbeit unterstützt werden. Das gilt insbesondere auch für die Aufklärung an Schulen.

Spra­che

Sie haben unser Programm gerade in der Hand: Ja, wir benutzen geschlechtergerechte Sprache. Denn Sprache verändert das Bewusstsein. Wir treten dafür ein, dass überall in der Gesellschaft frei darüber entschieden werden kann, ob die geschlechtergerechte Sprache verwendet wird. Mit * oder ohne, das entscheiden alle Sächsinnen und Sachsen in der Arbeitswelt und im Privatleben selbst. Entschiedenes Eintreten gegen Verbotskultur bedeutet auch, geschlechtergerechte Sprache nicht zu verbieten.

Teil­zeit

Familien brauchen mehr Zeit füreinander, dafür müssen Wirtschaft und Gesellschaft entsprechende Strukturen schaffen. Homeoffice und Telearbeitsregelungen gilt es weiter auszubauen. Alternative Arbeitszeitmodelle wie eine 4-Tage-Woche sollten erprobt sowie Teilzeitbeschäftigungen und Sabbatjahr-Modelle ermöglicht und realisiert werden. Auch Ausbildung und Studium sollten in Teilzeit absolviert werden können: ein besonders wichtiger Schritt für Alleinerziehende.

Unter­halt

Unterhaltsleistungen müssen schneller eingefordert werden können. Dabei gilt es zu unterstützen und über Rechte aufzuklären. Neue Betreuungsmodelle müssen auch ins Unterhaltsrecht Eingang finden, zugleich Zahlungsunwilligkeit konsequenter sanktioniert werden. Durch zu lange Bearbeitungszeiten beim Unterhaltsvorschuss fehlt Geld für die Kinder. Die Ämter wollen wir stärken, Antragslasten weiter reduzieren.

Ver­hü­tung

Selbstbestimmte Verhütung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Wir setzen uns dafür ein, dass eine bundeseinheitliche Lösung für die Kostenübernahme von ärztlich verordneten Mitteln und Methoden zur Empfängnisverhütung gefunden wird. Darüber hinaus ist es uns wichtig, Männer für ihre Verantwortung beim Thema Verhütung zu sensibilisieren.

Wirt­schaft

Es ist im Interesse der Wirtschaft, Frauen als Fachkräfte zu gewinnen und zu fördern. Tarifverträge und Betriebsräte sind hierfür wertvolle Instrumente. Denn in tarifgebundenen Unternehmen gibt es weniger Unterschiede bei der gleichen Bezahlung. Und auch für die Wirtschaft gilt: Mehr Frauen in den Chefetagen können die Kultur im Unternehmen dauerhaft positiv verändern.

Yacht­club

Auch Frauen gehören in Sachsen an Deck und Steuer. Egal ob in den Parlamenten, der Wirtschaft oder in anderen Bereichen der Gesellschaft: Frauen gehören in Führungsverantwortung. Wir werden den notwendigen Prozess politisch unterstützen und für Quoten eintreten, wo sie notwendig sind.

Zusam­men­spiel

Gleichstellung, das ist das Zusammenspiel aller. Sie kann nur gelingen, wenn wir am gleichen Strang ziehen. Wir wollen das Verständnis hierfür stärken und Gleichstellung gemeinsam leben. Davon profitieren wir schließlich alle.