Qualität im Alter

Arbeit

Wir setzen uns dafür ein, dass niemand im Alter arbeiten muss, um sich das Leben in Sachsen leisten zu können. Deshalb haben wir uns für die Einführung der Grundrente, die Rentenangleichung und die Beibehaltung des gesetzlichen Renteneintrittsalters stark gemacht. Wenn Seniorinnen und Senioren jedoch arbeiten wollen, möchten wir sie dabei unterstützen. Flexible Arbeitszeitmodelle und Jobsharing sind hierfür gute Ansätze, die Arbeitgeber:innen anbieten sollten.

Bil­dung

Lernen ist keine Frage des Alters. Deshalb ist es uns wichtig, dass Sachsen über vielfältige Angebote der Erwachsenenbildung verfügt. Die Volkshochschulen spielen für die berufliche, politische, kulturelle und gesundheitliche Bildung eine besondere Rolle, weil sie flächendeckend und wohnortnah sind. Aber auch Angebote der Verbraucherzentrale oder die Seniorenakademien der Hochschulen sind Teil eines vielfältigen Weiterbildungsangebots. Wir werden sie auch künftig verlässlich finanzieren.

Coro­na

Während der Corona-Pandemie wurden bei besonders hohen Inzidenzen Einschränkungen des öffentlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens getroffen. Auch wenn manche dieser Maßnahmen umstritten waren: Studien haben gezeigt, dass dadurch gerade ältere Menschen geschützt werden konnten und eine große Zahl an Menschenleben gerettet wurde.

Demo­gra­fie

Sachsen erlebt eine starke Alterung der Bevölkerung. Deshalb brauchen wir in Stadt und Land ausreichend Angebote für altersgerechtes barrierefreies Wohnen, gute medizinische Versorgung und barrierefreien Nahverkehr. Gerade in den ländlichen Räumen ist es uns wichtig, dass Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen mit dem öffentlichen Nahverkehr wohnortnah und gut erreichbar sind; davon profitieren junge und ältere Menschen gleichermaßen.

Ener­gie

Gerade für ältere Menschen sind hohe Energiepreise ein besonderes Problem. Heizung und Strom werden den ganzen Tag gebraucht. Die Einsparmöglichkeiten sind begrenzt, die Einkommen oft niedrig. Es ist gut, dass das neue Wohngeld plus nun auch Heizkosten umfasst. Doch nur mit erneuerbaren Energien lassen sich auf Dauer Versorgungssicherheit und Preisstabilität erreichen. Auch deshalb ist uns der schnelle Ausbau dieser Energien wichtig.

Frau­en

Noch immer sind insbesondere Frauen von Altersarmut betroffen. Gerade die Erwerbsbiografien der Wendegeneration sind gebrochen, deshalb steigt das Armutsrisiko. Die Anerkennung von Kinder- und Pflegezeiten und die Einführung der Grundrente sorgen hier für Abhilfe. Entscheidend für die Vermeidung von zukünftiger Altersarmut sind aber ausreichende Löhne und Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb setzen wir uns für gute Arbeit, Gleichstellung im Alltags- und Berufsleben sowie eine gerechtere Verteilung der Care-Arbeit ein.

Gesund­heit

Die höhere Lebenserwartung soll mit einer guten Lebensqualität einhergehen. Gerade ältere Menschen brauchen eine wohnortnahe und hochwertige medizinische Versorgung. Das Miteinander von Arztpraxen, Gesundheitszentren, Rettungsdiensten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden wir stärker fördern und E-Health-Angebote ausbauen. Das Gesundheitssystem behält durch die sektorenübergreifende Zusammenarbeit seine Leistungsfähigkeit. Die Ausbildung von Haus- und Fachärzt:innen, die danach im ländlichen Raum arbeiten, fördern wir weiter.

Hin­zu­ver­dienst

Mit der Reform der Hinzuverdienstgrenzen haben sich die Möglichkeiten für einen flexiblen Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand deutlich verbessert. Frühverrentete Personen können seit dem Jahr 2023 beliebig viel hinzuverdienen. Damit ist es für ältere Arbeitnehmer:innen attraktiver geworden, länger im Erwerbsleben zu verbleiben. Natürlich ist diese Reform ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Sie ist aber auch ein Ausdruck des Respekts vor der Arbeitsleistung älterer Menschen.

Inter­es­sen­ver­tre­tung

Mit Senior:innenbeiräten in den Landkreisen und kreisfreien Städten geben wir Senior:innen eine politische Stimme für ihre Interessen. Ein Seniorenmitwirkungsgesetz bringen wir hierzu auf den Weg. Zur Unterstützung der Interessenvertreter:innen und von Menschen, die sich bürgerschaftlich für Senior:innen engagieren, richten wir die Seniorenakademie Sachsen ein. Dort erhalten sie Unterstützung und können sich weiterbilden und qualifizieren. Mit Senior:innenbeauftragten schaffen wir Ansprechpartner:innen in den Verwaltung.

Jah­res­tag

Ganz gleich, ob 8. Mai, 17. Juni oder 9. November: Damit Geschichte der Zukunft etwas sagt, braucht es eine lebendige Kultur des Erinnerns. Niemand weiß das so genau wie die ältere Generation. Sie hat die Ereignisse teilweise selbst erlebt und kann von eigenen Wahrnehmungen und Perspektiven berichten. Wir wollen Sachsen zum Vorreiter einer modernen Gedenkstätten- und Zeitzeugenpädagogik entwickeln und die historisch-politische Bildung weiter qualifizieren.

Kon­tak­te

Soziale Kontakte und zwischenmenschliche Begegnungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität im Alter. Wenn die eigenen Kinder weiter weg wohnen und manche Freund:innen vielleicht schon verstorben sind, kommt die Einsamkeit. Mit den Mehrgenerationenhäusern oder dem Programm „Soziale Orte” fördern wir Begegnungsorte, Nachbarschaftstreffs und soziokulturelle Angebote, damit ältere Menschen aktiv am Leben teilhaben und Gemeinsamkeit erleben können.

Lebens­leis­tung

Ältere Menschen haben siebzig, achtzig oder neunzig Jahre Lebenserfahrung. Sie haben oft in Verhältnissen gelebt, die sich manche heute nicht mehr vorstellen können. Und Vieles geleistet, was wert ist, erzählt zu werden. Es ist uns wichtig, dass ihre Lebensleistung anerkannt wird. Wir wollen Formate und Projekte stärken, die den Austausch von Jung und Alt fördern.

Mobi­li­tät

Möglichst lange möglichst selbstbestimmt mobil sein – das wird immer wichtiger in einer Gesellschaft, in der die Menschen zunehmend älter werden. Dafür wollen wir in Stadt und Land die Voraussetzungen schaffen: mit guter ÖPNV-Infrastruktur, verdichteten Takten und einer Ausweitung von ergänzenden Angeboten wie Ruf-, Quartieroder Flexbussen. Wir wollen das Deutschlandticket nutzen, um für Senior:innen mit niedrigen Renten ein einfaches und günstiges Angebot zu entwickeln. Es soll ein Sozialtarif mit 29 Euro pro Monat gelten.

Nah­ver­sor­gung

Wir wollen die Einrichtung von Dorfläden unterstützen und dafür das Instrument der Sozialgenossenschaften stärken. So können Orte der Begegnung entstehen, in denen vom Café über die Post und den Senior:innentreff bis hin zum Einkauf viele Angebote unter einem Dach zusammengefasst sind. Auch innovative Lösungen, wie beispielsweise automatisierte Kleinst-Supermärkte, können einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung im ländlichen Raum leisten.

Online

Für ältere Menschen bietet die Digitalisierung große Chancen, um Teilhabemöglichkeiten zu verbessern, Kontakte zu vereinfachen und überflüssige Wege zu reduzieren. Wir werden beim Ausbau digitaler Angebote einen Fokus auf die ältere Generation legen. Dabei sind Einfachheit und Sicherheit die beiden Kernanforderungen für alle Dienste. Die Anbieter digitaler Lösungen – Ämter und Behörden, Arztpraxen und soziale Einrichtungen – wollen wir dabei unterstützen, ältere Menschen im Umgang mit den Anwendungen zu schulen.

Pfle­ge

Pflege muss besser bezahlt werden, aber gleichzeitig bezahlbar bleiben. Es mangelt an Arbeitskräften, deshalb brauchen wir qualifizierte Zuwanderung. Die Kurzzeitpflege als Brücke zwischen Krankenhaus und Pflegeheim, aber auch als Chance für den Verbleib in der eigenen Wohnung, wollen wir stärken. Besonders wichtig ist es uns, dass pflegende Angehörige noch besser unterstützt und beraten werden.

Qua­li­tät im Alter

Jede Seniorin und jeder Senior in Sachsen soll in Würde alt werden können. Dazu gehört vor allem Selbstbestimmtheit. In den eigenen vier Wänden bleiben zu können, mobil zu sein und selbst Besorgungen zu machen, ist für ein gutes Leben im Alter essentiell. Auch deshalb sind uns die soziale Wohnraumförderung, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, sichere Radwege und wohnortnahe Angebote wichtig.

Ren­te

Die Rentenangleichung ist seit 2023 vollzogen. Trotzdem schmerzt uns, dass nicht alle Ungerechtigkeiten bei der Rentenüberleitung beseitigt werden konnten. Besonders für in der DDR geschiedene Frauen ist die Lage ungerecht. Wir setzen uns dafür ein, dass Sachsen den Härtefallfonds des Bundes aufstockt. Wir werben im Bund, entsprechende Fristen zu verlängern. In diesem Zuge wollen wir die Chance nutzen, auf die Behebung weiterer Ungerechtigkeiten hinzuwirken – aus Respekt vor den benachteiligten Berufs- und Personengruppen.

Senior:innenbeiräte

Wir wollen allen Generationen politische Teilhabe ermöglichen und ihnen eine politische Stimme für ihre Interessen geben. Es gilt, ältere Menschen zur politischen Teilhabe zu ermutigen, um ihre Erfahrungen einzubringen. Dabei ist uns der Austausch zwischen Jung und Alt besonders wichtig. Wir unterstützen daher die Einrichtung von Jugend- und Seniorenbeiräten auf kommunaler Ebene. Und mit der Landesseniorenbeauftragten gibt es weiterhin eine Anlauf- und Beratungsstelle für allgemeine Anliegen älterer Bürger:innen.

Tele­fon

Auch wenn viele ältere Menschen die Vorzüge von Computern und Smartphones schätzen und im Umgang versiert sind: Es sind nicht alle. Wir werden darauf achten, dass Ämter auch künftig auf allen Wegen erreichbar bleiben. Die Angabe von Telefonnummern auf Schreiben und das Anbieten von telefonischen Sprechzeiten müssen bei allen Digitalisierungsprozessen bestehen bleiben. Zudem bilden wir weitere Technikbotschafter:innen aus, um ein wohnortnahes Angebot an Workshops zur Nutzung von Smartphones und Tablets oder Digital Cafés zu ermöglichen.

Umge­bung

Senior:innen sollen sich in ihrem Wohnumfeld wohl und sicher fühlen. Wir wollen hierfür die Sicherheitskooperationen mit den sächsischen Kommunen ausbauen und die Programme für kommunale Kriminalprävention fortsetzen. So sollen Polizei und kommunaler Vollzugsdienst gezielt und effektiv an Schwerpunktorten präsent sein und der Kriminalitätsfurcht entgegenwirken. Die Zahl der Bürgerpolizist:innen wollen wir erhöhen.

Vie­le

Ein Viertel aller Sächsinnen und Sachsen, mehr als eine Million Menschen, gehört der Generation 65+ an. Bei allen Themen – Bildung und Wirtschaft, Verkehr und Sicherheit, Kultur und Umwelt – gilt es deshalb, die Bedürfnisse älterer Menschen besonders zu bedenken. Und gleichzeitig politische Entscheidungen nicht zulasten der jungen Generationen zu treffen. Wir wollen es schaffen, mit unserer Politik die Interessen von Jung und Alt unter einen Hut zu bringen.

Woh­nen

Alte Menschen sollen so lange wie möglich im gewohnten Umfeld leben können. Wir fördern die Schaffung von barrierefreien Wohnungen. Früher setzt die Förderung von Mehrgenerationenhäusern an: Wohngemeinschaften über Generationen hinweg erleichtern Haushalt, Kinderbetreuung, Nachhilfe, Einkäufe und einfache Hilfestellungen der Pflege. Wir wollen den Bau von bezahlbaren Wohnungen in Sachsen steigern und unterstützen gemeinschaftliche Bau- und Wohnprojekte, auch generationenübergreifend.

Zusam­men­halt

In Vereinen und Initiativen, in Kirchgemeinden und Chören, bei Nachbarschaftshilfe und Alltagsbegleitung: An vielen Stellen sorgen ältere Menschen für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Auch deshalb ist es uns wichtig, das Ehrenamt zu unterstützen und zu fördern und auch die politische Teilhabe von Seniorinnen und Senioren zu stärken.