Familien und Kinder

Allein­er­zie­hen­de

Um Alleinerziehende in Sachsen zu stärken, sollen alle politischen Akteur:innen gezielt und ressortübergreifend gemeinsam an der Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitssituation arbeiten. Wir werden sie bei Kinderbetreuung, Schulabschluss, Ausbildung, Studium sowie Berufsrückkehr und -ausübung besser unterstützen. Auch zu diesem Zweck werden wir das Landeserziehungsgeld zu einem Alleinerziehendengeld weiterentwickeln. Alle Maßnahmen werden wir in einem „Pakt für Alleinerziehende“ bündeln, der dialogorientiert entsteht.

Bei­trä­ge

Wer Bildung sagt, muss auch Kostenfreiheit sagen. Wir wollen, dass die Gebühren für Kinderbetreuung vollständig abgeschafft werden. Weil uns gleichzeitig die Verbesserung der Betreuungsqualität wichtig ist, wird die Gebührenfreiheit nur schrittweise zu erreichen sein. Der erste Schritt ist für uns die Einführung eines Deckels für Kitagebühren. In weiteren Schritten machen wir den Hort, die Kindergärten sowie die Kinderkrippen und Kindertagespflege gänzlich gebührenfrei.

Chan­cen­gleich­heit

Wir wollen, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben. Daher unterstützen wir die Einführung der Kindergrundsicherung auf Bundesebene und wollen diese weiterentwickeln. Zudem braucht es die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer kinder- und familienfreundlichen Steuerpolitik. Die Überwindung von Kinderarmut gelingt nur durch eine gerechte Umverteilung.

Daten­schutz

Schutz persönlicher Daten ist wichtig. Für die gute Entwicklung von Kindern ist es zugleich unerlässlich, dass Eltern, Ärzt:innen, Kitas, Schulen und Förderangebote wirksam zusammenarbeiten können. Wir wollen die Zusammenarbeit durch kluge Datenschutzregelungen weiter stärken. Und zugleich bringen wir den Childhoodhaus-Ansatz in die Fläche, um mehr kinderfreundliche, multidisziplinäre, ambulante Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche, die Opferzeugen von sexualisierter und körperlicher Gewalt wurden, zu haben.

Erzie­hung

Für uns bilden Eltern und Bildungseinrichtungen eine Erziehungspartnerschaft. Beide sind dafür verantwortlich, Kinder mit allem, was sie für ein gutes Leben brauchen, auszurüsten. Deshalb ist es uns wichtig, sowohl die Bildungseinrichtungen als auch die Eltern in ihren Rollen zu stärken.

Fami­li­en

Familie ist für uns überall dort, wo Menschen in gemeinsamer Lebensweise füreinander sorgen und Verantwortung übernehmen, ganz gleich, ob mit oder ohne Trauschein, ob als Patchwork- oder Regenbogenfamilie, ob alleinerziehend oder im Mehrgenerationenhaus. In Sachsen sollen alle Familienformen Akzeptanz, Unterstützung und Förderung finden.

Gesund­heit

Familien prägen die Gesundheit ihrer Mitglieder. Wir wollen, dass alle Kinder in gesundheitsfördernden Verhältnissen aufwachsen können. Deshalb entwickeln wir die Netzwerke für Kinderschutz und Frühe Hilfen in Sachsen weiter und stärken die Gesundheitserziehung in den Kitas und Schulen.

Heb­am­men

Wir wollen die Hebammenversorgung in Sachsen weiter verbessern. Das gilt insbesondere für die medizinische Versorgungslage im Wochenbett sowie die Versorgung von frischgebackenen und werdenden Müttern mit psychischen Problemen. Durch eine engere Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche wollen wir die Versorgungsstruktur in Stadt und Land stärken.

Inklu­si­on

Wir fördern die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Förderbedarfen in allen Bereichen der Gesellschaft. Kitas, Schulen, Ausbildungsstätten und Hochschulen sowie außerschulische Lernorte wollen wir kontinuierlich inklusiv weiterentwickeln, entsprechende Maßnahmenpläne zur Umsetzung aktualisieren und die personellen Ressourcen, Räume und Inhalte der Bildung auf tatsächlich gelebte Inklusion ausrichten.

Jun­gen

Schüler:innen lernen unter verschiedenen Voraussetzungen. So haben es beispielsweise Jungen schwerer im deutschen Bildungssystem als Mädchen. Individuelle und geschlechtergerechte Bildung ist uns auch deshalb wichtig. Mehr Binnendifferenzierung, Schüler:innenorientierung und selbstbestimmtes Lernen können helfen, die Bildungserfolge aller Schüler:innen, auch die der Jungen, zu verbessern.

Kin­der stär­ken

Prävention setzt so früh wie möglich an. Mit dem Programm „Kinder stärken“ erhalten jene Kinderkrippen, Kindergärten und Horte zusätzliches Personal, in denen viele Kinder mit Schwierigkeiten in ihrer Lebenssituation zu kämpfen haben. Wir werden diesen Ansatz weiter ausbauen und die Daten der Sozialberichterstattung dafür nutzen.

Ler­nen

Kinder lernen beständig und überall – in der Familie und mit Kindern, von Bekannten und Fremden, in Bildungseinrichtungen genauso wie in der Freizeit, in der Begegnung mit Natur und Kultur. Wir wollen, dass Kinder vielfältige und reichhaltige Erfahrungen machen können, deshalb sind uns Kinder- und Jugendhilfe, außerschulische Lernorte und kulturelle Jugendbildung so wichtig.

Moto­rik

Kinder bewegen sich von Natur aus sehr gern. Gerade in den ersten Lebensjahren hängen die körperliche und die kognitive Entwicklung sehr eng miteinander zusammen. Deshalb ist uns die spielerische Förderung von Bewegung und Motorik in den Bildungseinrichtungen sehr wichtig. Wir wollen alle sächsischen Grundschulen für eine Beteiligung am Programm „Bewegte Schule” gewinnen.

Natur

Wir wollen die aktive Auseinandersetzung von Kindern mit der Natur und mit ihrer Umwelt bestmöglich unterstützen. Deshalb fördern wir umweltpädagogische Angebote und Maßnahmen der Kinder- und Jugenderholung ebenso wie die Einrichtung von Schulgärten, die Kooperation mit Kleingartenvereinen, Begrünung von Schulhöfen und naturpädagogische Ganztagsangebote.

Oma und Opa

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen!”, heißt es. In der Gemeinschaft haben Oma und Opa eine wichtige Rolle, um Erfahrungen über Generationen weiterzugeben. Wir stärken den Ansatz von Mehrgenerationenhäusern und Alltagsbegleiter:innen für Jung und Alt. Ein gerechtes Rentensystem, eine leistungsfähige medizinische Versorgung und die Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen, aber auch ein barrierefreier ÖPNV und Kulturangebote für alle sind Basis, um Senior:innen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Per­so­nal­schlüs­sel

Für die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung ist die Fachkraft-Kind-Relation in den Kita-Einrichtungen eine entscheidende Größe. Den Weg hin zu unseren Zielmarken 1:3 für die Krippe und Kindertagespflege, 1:7,5 für den Kindergarten und 1:12 für den Hort setzen wir Schritt für Schritt fort und halten deshalb auch bei sinkenden Kinderzahlen die Ausbildungskapazitäten konstant.

Quark

Quark macht stark! Ernährungsbildung, Gesundheitserziehung und Bewegungsförderung sind wichtige Aufgaben in den Kindertageseinrichtungen. Denn wenn Kinder von Anfang an gesunde Verhaltensweisen einüben können, haben sie gute Chancen auf Lebenszufriedenheit auch im Erwachsenenalter. Auch deshalb unterstützen wir Kinderkrippen, Kindergärten, Tageseltern sowie Grund- und Förderschulen zukünftig bei der Teilnahme am EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch.

Rand­zei­ten

Berufstätige Eltern und insbesondere alleinerziehende Mütter und Väter sind darauf angewiesen, dass die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtung umfassend genug sind, um Beruf und Familie unter einen Hut bringen zu können. Wir wollen die Kitas dabei unterstützen, Kinderbetreuung auch an den sogenannten Randzeiten – also am frühen Morgen und am späten Nachmittag – sicherstellen zu können.

Schutz von Kin­dern

Kinder haben das Recht, sicher und gesund aufzuwachsen. Die Jugendämter sind Dreh- und Angelpunkte, um das Kindeswohl zu gewährleisten. Sie halten ein umfassendes Hilfesystem vor. Wir statten die Jugendämter besser aus. Das Kinderschutzkonzept Sachsen wollen wir fortschreiben und über Kita, Schule und Jugendhilfe hinaus als Gesamtstrategie gestalten. Dabei werden auch Beratungs- und Interventionsstellen mit den zuständigen Behörden und Institutionen vernetzt, um einen ressortübergreifenden Kinderschutz sicherzustellen.

Tages­pfle­ge

Tagesmütter und Tagesväter bereichern die frühkindliche Bildung und helfen, den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz abzusichern. Wir wollen sie weiter stärken. Um verlässliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, wollen wir einen landeseinheitlichen Personalkostenzuschuss festlegen. Die Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen (IKS) unterstützt die Tagesmütter und Tagesväter bei ihrer Arbeit, sie fördern wir weiter.

UKW

UKW sind nicht nur Radiofrequenzen. UKW steht symbolisch für Fehlzeiten von Erzieher:innen, die durch Urlaub, Krankheit oder Weiterbildung entstehen. Damit mehr Personal in den Kindertageseinrichtungen vorhanden ist, haben wir den schrittweisen Aufbau einer Personalreserve begonnen und setzen dies fort.

Vor­schu­le

Das letzte Jahr in der Kita dient in besonderem Maße der Schulvorbereitung. Doch auch die davor liegende Zeit ist entscheidend für einen guten Start in die Schule. Wir wollen insbesondere die sprachliche Entwicklung im Vorschulalter stärker fördern und die Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen weiter stärken.

Witaj

Wir wollen das „Witaj-Konzept” zur immersiven Vermittlung der sorbischen Sprache in sächsischen Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen weiter umsetzen und stärken sowie den Sprachstand im frühkindlichen Bereich erheben. Wir streben die Einrichtung von mehr Witaj-Kitas bzw. Witaj-Gruppen an. Darüber hinaus wollen wir Ideen diskutieren, wie auch außerhalb des Witaj-Konzepts die sorbische Sprache in Kitas vermittelt werden kann. Zudem wollen wir das „Witaj-Konzept” stärker mit 2plus verzahnen.

Zahn­ge­sund­heit

Eine gute Mundgesundheit hat großen Einfluss auf die gesundheitliche, soziale und sprachliche Entwicklung von Kindern. Wir setzen uns dafür ein, dass das tägliche Zähneputzen in allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und Grundschulen selbstverständlich wird, da Kinder durch Rituale lernen.