Umwelt-, Klima- und Naturschutz

Arten­viel­falt

Weltweit und auch in Sachsen schwindet die Artenvielfalt in dramatischem Ausmaß. Wir setzen uns dafür ein, dass die biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung von Boden, Wald und Gewässern gefördert wird, denn durch Hecken, Büsche und Sträucher oder auch Blühstreifen am Feldoder Waldrand entstehen wichtige Biotope. Die Einrichtung weiterer Biotopverbünde befürworten wir.

Bewusst­seins­wan­del

Immer mehr Menschen ändern ihr individuelles Verhalten mit Blick auf den Klimawandel. Wir werden den Bewusstseinswandel mit mehr Anreizen für nachhaltiges Handeln und der Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung befördern, Klimaschulen und BNE-Initiativen weiterhin fördern. Auch wenn es gut ist, dass Menschen nachhaltiger konsumieren, um Umwelt und Klima zu schützen, rettet dies allein die Welt nicht. Einen besonderen Fokus legen wir daher auf die Unterstützung von Unternehmen bei ihrem Umbau zur Klimaneutralität.

CO2

Den rasanten Anstieg des CO2-Ausstoßes zu stoppen ist eine Voraussetzung, um die negativen Folgen des Klimawandels begrenzen zu können. Deshalb sind die Strom- , die Verkehrs- und die Wärmewende, also die schrittweise Umstellung dieser Bereiche auf CO2- Neutralität, so wichtig.

Dämm­stof­fe

Für das Gelingen der Wärmewende ist die Dämmung von Gebäuden und Anlagen essentiell, denn so können erneuerbare Energien zum Heizen effizient genutzt werden. Wir wollen die Verwendung ökologischer und klimatisierender Dämmstoffe bei der Wohnraumförderung stärker berücksichtigen.

Ener­gie­wen­de

Die Umstellung der drei energieverbrauchenden Sektoren Strom, Wärme und Mobilität auf erneuerbare Quellen ist unvermeidlich, denn die fossilen sind endlich. Wir treten für eine sozial gerechte Energiewende ein. Wärmewende und Heizungstausch müssen für alle Akteur:innen planbar und bezahlbar sein. Die SAENA soll die kommunale Wärmeplanung unterstützen. Bundesprogramme werden wir kofinanzieren und wenn notwendig eigene Landesprogramme auflegen. Wir setzen uns dafür ein, dass das Klimageld im Bund eingeführt wird.

Forst­wirt­schaft

Die Übernutzung der Wälder in den zurückliegenden Jahrhunderten hat dazu geführt, dass heute viele schadanfällige Monokulturen bestehen. Deshalb bleibt der Waldumbau hin zu einem klimaresistenten Mischwald eine wichtige Aufgabe. Wir wollen die Waldmehrung und naturnahe Waldbewirtschaftung weiter stärken. Wir fördern die lokale Weiterverarbeitung von Nutzholz sowie die Zusammenschlüsse von Forstbetrieben.

Grund­was­ser

Wir wollen den Grundwasser- und Gewässerschutz in Sachsen weiter stärken. Es gilt, die nach wie vor hohe Nitratbelastung einzudämmen und Verunreinigungen durch chemische Rückstände, Mikroplastik und Antibiotika weiter zu reduzieren. Auch deshalb ist uns die Förderung des Ökolandbaus wichtig. Wir wollen technische Lösungen unterstützen, die den hohen Wasserbedarf der sächsischen Industrie verringern.

Hoch­was­ser­schutz

Sachsen hat beim Hochwasserschutz gute Fortschritte gemacht. Wir wollen die Balance zwischen technischem und natürlichem Hochwasserschutz weiter halten. Unser Nein zum Elbeausbau hat Bestand, denn die Vorteile einer Nutzung als Transportweg wiegen die Nachteile mit Blick auf den Schutz von Natur und Biodiversität nicht auf.

Initia­ti­ven

Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und Verpackungen, für den Tausch und die Reparatur von Konsumgütern oder zum ökologischen Handel sind wertvolle Beiträge zum Schutz von Klima und Umwelt. Wir wollen sie weiter fördern und so zu ihrer Ausweitung beitragen.

Jung­pflan­zen­ver­biss

Zur naturnahen Waldbewirtschaftung und zum Waldumbau gehört auch, durch verantwortungsvolle Jagd die Wildbestände so zu regulieren, dass gesunde und vielfältige WaldLebensgemeinschaften erhalten werden und sich die natürlich vorkommenden Baumarten ohne Schutzmaßnahmen verjüngen können.

Kli­ma­an­pas­sung

Sachsen braucht eine Klimaanpassungsstrategie, die für alle Bereiche Vorkehrungen trifft: Gesundheitlicher Hitzeschutz und klimatisierende Baustoffe, Dachflächenbegrünung, hitzeresistente Fahrbahnmaterialien und Extremwettervorkehrungen müssen zum Standard in allen Kommunen werden. Hierfür braucht es auch Fördermittel.

Land­wirt­schaft

Wir wollen nachhaltige Produktionsverfahren in der Landwirtschaft und der Lebensmittelherstellung weiter befördern. Die Maxime „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, u.a. für den Erhalt von Ökosystemen, muss dabei eine Rolle spielen. Die Digitalisierung birgt ein großes Potential für eine ressourcen- und klimaschonende Bewirtschaftung. Auch deshalb ist uns „5G an jedem Feld“ ein wichtiges Anliegen.

Moor­schutz

Intakte Moore sind von ökologisch hohem Wert, da sie Kohlenstoff- und Stickstoffspeicher sind und aufgrund ihrer wasseraufnehmenden Eigenschaften als Hochwasserschutz wirken. Wir wollen den Erhalt und die Wiedervernässung sächsischer Moorflächen intensivieren.

Natur­schutz­sta­tio­nen

Wir haben die finanzielle Unterstützung des Freistaates für die sächsischen Naturschutzstationen eingeführt und setzen sie auch in den kommenden Jahren fort. Ihre Arbeit bei der Pflege von Biotopen, der Betreuung von Schutzgebieten und im Bereich der Umweltbildung ist von hohem Wert.

Ozon­loch

In den 80er Jahren war das Ozonloch Anlass zu großer Sorge. Die Weltgemeinschaft reagierte und verbot den Gebrauch von ozonschädlichen Substanzen. Die Ozonschicht erholt sich, bis ca. 2050 dauert die vollständige Regeneration. Das Verbot von Umweltgiften ist ein wirksames Mittel.

Pro­zess­schutz­zo­nen

Die Ausweisung von Prozessschutzzonen ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist uns daran gelegen, im Dialog mit allen Beteiligten eine Anpassung der Zonierung so vorzunehmen, dass Naturschutz, Bevölkerungsschutz und Brandschutz ausgewogen gewährleistet werden.

Qua­li­tät

Die Qualität von Luft, Wasser und Böden hat erheblichen Einfluss auf die biologische Vielfalt und die Gesundheit von Menschen. Deshalb wollen wir den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel weiter reduzieren, Luftreinhaltepläne fördern und den ökologischen Landbau stärken.

Recycling-Baustoffe

Die öffentliche Hand gehört zu den größten Auftraggebern in den Bereichen Hoch- und Tiefbau. Wir wollen, dass staatliche Bauvorhaben mit einem größtmöglichen Anteil an Recycling-Baustoffen umgesetzt werden. Dafür notwendige Änderungen in der Vergabepraxis wollen wir einführen. Neue Technologien wie das Recycling von Gips und Beton werden wir weiter fördern und verstärkt zur Anwendung bringen.

Stark­wet­ter­er­eig­nis­se

In den letzten 150 Jahren hat sich die Durchschnittstemperatur weltweit um 1,7 Grad erhöht, in Sachsen sogar um 2,2 Grad. Die Folge sind auch immer häufigere Starkwetterereignisse. Für die Anpassung von Stadt und Land an Dürre, Starkregen und Hochwasser wollen wir mehr finanzielle Mittel bereitstellen.

Tier­wohl

In der Nutztierhaltung nimmt für uns das Tierwohl einen sehr hohen Stellenwert ein. Deshalb wollen wir lokale und regionale Verwertungsketten von sächsischen Tierprodukten weiter stärken und so Tiertransporte minimieren. Die Umstellung von Betrieben auf ökologische Tierhaltung wollen wir erleichtern.

Umwelt­bil­dung

Die junge Generation ist schon heute in hohem Maße umweltbewusst und über die Zukunft unseres Planeten besorgt. Wir wollen die zahlreichen Maßnahmen der Umweltbildung in Sachsen weiter stärken. Wichtig ist uns dabei, Strategien zur umwelt- und klimafreundlichen Politik in demokratischen Gesellschaften zu beleuchten.

Ver­sie­ge­lung

Noch immer wird zu viel Fläche in Sachsen versiegelt. Bodenschutz ist auch Klimaschutz. Die Neuversiegelung von Böden werden wir bis 2030 auf unter drei Hektar pro Tag reduzieren. Langfristig wollen wir eine Netto-Null-Versiegelung erreichen und legen hierfür eine entsprechende Strategie auf. Wir unterstützen und fördern eine klimaschonende Bodenbewirtschaftung über Agroforstsysteme oder Carbon farming.

Was­ser

Die Wasserkonzeption Sachsen 2030 werden wir auf Starkwettersituationen anpassen, die kommunalen Aufgabenträger unterstützen und den Umgang mit Brauch- und Niederschlagswasser verbessern. Zunehmende Hitzeperioden und Grundwasserknappheit erfordern ein Umsteuern, um die Wasserversorgung für Bevölkerung und Wirtschaft zu sichern. Wir werden eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung, auch von Grün- und Landwirtschaftsflächen, sowie eine energieeffiziente Wasseraufbereitung umsetzen. Wir wollen verbliebene Brunnendörfer in Sachsen anschließen.

Ziel­kon­flik­te

Der Schutz von Umwelt, Klima und Natur wurde in den letzten Jahrzehnten oft in Konflikt zu wirtschaftlichen und sozialen Zielen gesetzt. Dabei ist richtig: Nur wenn wir ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zusammen denken, gelingt uns die Wende hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft im Einklang mit der Natur, die unseren Wohlstand sichert. Für uns ist in den nächsten Jahren dabei besonders wichtig, verstärkt Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu fördern, die vor allem in den sächsischen Kommunen zum Tragen kommen.